Bei unserer Mitgliederversammlung am 15. Oktober 2026 wurde mit großer Mehrheit folgende Position des SPD-Ortsvereins zum Bürgerentscheid über ein potenzielles Neubaugebiet südlich des Schlittwegs beschlossen:
Erst die Fakten. Dann die Entscheidung.
Bezahlbarer Wohnraum gehört zu den größten Herausforderungen unserer Stadt. Die SPD Schriesheim übernimmt hier Verantwortung – seit vielen Jahren und mit konkreten politischen Entscheidungen.
Mit der von uns initiierten Quote von mindestens 20 Prozent bezahlbarem Wohnraum, wenn die Stadt neues Baurecht schafft, der Innenentwicklung, der Unterstützung von „Schriese fairmietet“ sowie unserer konsequenten Ablehnung jeglicher Umwandlung von Wohnungen in Ferienwohnungen haben wir wichtige Beiträge in diesem Bereich gestaltet.
Doch die Realität ist: Viele Menschen finden in Schriesheim, Altenbach und Ursenbach keinen passenden und bezahlbaren Wohnraum. Familien, junge Erwachsene und ältere Menschen erleben das jeden Tag.
Ein mögliches Neubaugebiet südlich des Schlittwegs kann Teil der Lösung sein – aber eben nur dann, wenn es einen spürbaren Beitrag zu mehr bezahlbarem Wohnraum leistet und Schriesheim insgesamt nutzt. Ob das gelingt, ist für uns ausdrücklich offen. Genau diese Frage wollen wir gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern beantworten.
Mit dem Bürgerbegehren hat die Diskussion nun eine neue Richtung bekommen. Dieses demokratische Instrument respektieren wir selbstverständlich. Unser Anspruch an eine so weitreichende Entscheidung bleibt jedoch unverändert.
Erst die Fakten. Dann die Lösungen. Am Ende die Entscheidung.
Für uns ist entscheidend: Nicht ein Neubaugebiet ist das Ziel, sondern ausreichend bezahlbarer Wohnraum. Welcher Weg dorthin der richtige ist, muss offen, verantwortungsvoll und auf Grundlage von Fakten entschieden werden. Innenentwicklung, die Aktivierung weiterer Flächen oder ein mögliches Neubaugebiet dürfen deshalb nicht gegeneinander ausgespielt, sondern müssen fair geprüft werden.
Genau dafür haben wir uns seit Jahren eingesetzt. Wir wollen einen professionell begleiteten Dialog, der Chancen und Herausforderungen transparent aufzeigt, Alternativen bewertet und eine fundierte Grundlage für eine Entscheidung schafft.
Diesen intensiven Dialog der Stadtgesellschaft kann der Bürgerentscheid aufgrund seiner kurzen Entscheidungsfrist nicht leisten. Denn die entscheidende Frage lautet nicht: Sind Sie für oder gegen ein Neubaugebiet? Die für uns entscheidende Frage lautet: Wie schaffen wir ausreichend bezahlbaren Wohnraum für die Menschen in unserer Stadt?
Für die Antworten auf diese Zukunftsfrage für unsere Stadt brauchen wir Fakten. Das kategorische Nein des Bürgerentscheids zu einem möglichen Neubaugebiet beantwortet sie nicht.
Deshalb sagen wir Nein beim Bürgerentscheid. Unser Nein ist kein Ja zu einem möglichen Neubaugebiet. Es ist auch kein Nein zur Schaffung von Wohnraum. Es ist ein Ja zu einer fundierten Entscheidung. Zu einer offenen Diskussion. Zu einer Stadtentwicklung, die bezahlbaren Wohnraum, die Interessen der Menschen vor Ort und Nachhaltigkeit zusammenbringt.